Eine europäische Geschichte
Die Idee eines Netzwerkes europäischer regionaler Filmfonds entstand 2002, als Philippe Reynaert, der Direktor der jungen wallonischen Filmförderung Wallimages, vor der Aufgabe stand, zum Kulturministertreffen der EU in Mons einen audiovisuellen Themenschwerpunkt zu gestalten. Verblüfft stellte er fest, dass es in Europa zwar viele Dutzende regionale Filmförderungen mit ähnlichen Voraussetzungen, Aufgabenstellungen und Zielen gab, diese aber untereinander kaum in Kontakt standen. Wenig verwunderlich daher, dass in Brüssel zwar vom „Europa der Regionen" gesprochen wurde, die EU-Kommission jedoch bis vor kurzem ausschließlich mit den nationalen Filmförderungen, organisiert im Netzwerk der EFAD („European Film Agency Directors") in Kontakt stand.
In Lecce, wo die Absicht bestand einen Regionalfonds zu gründen, beim Rotterdam Fonds voor de Film, bei der MFG Baden-Württemberg und beim Filmfonds Wien wurde die Idee einer interregionalen Kooperation sofort aufgegriffen, die European Coordination of Regional Investment Funds - Audiovisual (ECRIF - AV) war geboren. Im April 2003 gelang ein bedeutender Schritt vorwärts, indem diese Initiative vom INTERREG IIIC-Programm gefördert wurde.
Die fünf Mitglieder von ECRIF-AV definierten erstmals gemeinsame Ziele: die Angleichung von Förderungsrichtlinien zur Vereinfachung der interregionalen Kooperation in Europa, die Erarbeitung von Best Practice Modellen, die Entwicklung neuer regionaler Förderiniativen.
Auf Einladung von ECRIF-AV kamen im Februar 2004 in Mons erstmals 27 regionale Filmförderungen aus ganz Europa zum Gedankenaustausch untereinander und mit VertreterInnenn der EU Kommission, des EU Parlamentes und paneuropäischer Förderungen zusammen. Hier wurden erstmals Themen und Probleme wie die Abgrenzung von Filmfonds und Filmcommissions, widersprüchliche Förderungsrichtlinien auf nationalen und regionalen Ebenen und Territorialeffekte offen diskutiert. Aus ECRIF-AV wächst Cine Regio .
Im März 2005 findet in Wien ein erstes Treffen von Cine Regio-Mitgliedern aus Belgien, Frankreich, Spanien, Dänemark, Schweden und Finland mit Vertretern der Filmbranche und von Förderungen aus Slovenien, Tschechien, Ungarn und Polen statt. Für viele TeilnehmerInnen ist dies überhaupt der erste Kontakt zwischen West und Ost, Nord und Süd.
Im Mai 2005 treffen einander bereits 15 Mitglieder aus elf Ländern zur ersten Generalversammlung von Cine Regio. Philippe Reynaert wird zum Vorsitzenden gewählt.
Im November 2005 ergeht im Rahmen eines Besuches des Wallonischen Wirtschaftsministers in Schweden das Angebot an Cine Regio - das von Beginn an vom Wallimage-Büro in Mons koordiniert wurde - ein von der Region Västra Götaland mitfinanziertes Büro in Göteborg einzurichten. Am 1. März 2006 kann die neue Generalsekretärin Charlotte Appelgren ihre Arbeit in Göteborg aufnehmen.
Im April 2006 wird Cine Regio Mitglied des IFTC (International Council for Film Television and Audiovisual Communication) im Rahmen der UNESCO.
Im Mai 2006 wählt die zweite Generalversammlung in Cannes Bengt Toll, den Direktor von Film I Väst in Trollhättan/Schweden zum neuen Chairman.
Das Managing Committee besteht aus Angela Bosch Rius (Catalan Films & TV, ICIC, Spanien), Manfred Schmidt (Mitteldeutsche Medienförderung), Søren Poulsen (The West Danish Film Fund), Philippe Reynaert (Wallimage, Belgium) und Vincent Leclercq (CRRAV, Frankreich).
Die aufgrund des schnellen Wachstums notwendige Generalversammlung im August 2006 in Trollhättan zählt bereits 32 Mitglieder aus 14 Ländern.