Zur vierten Jurysitzung 2011 wurden 29 Projekte mit einer Gesamtantragssumme von 4.006.485 € eingereicht. Die Jury, bestehend aus Heidi Hasenzagel, Christian Kubo, Jörg Schneider, Sonja B. Zimmer und Peter Zawrel, erteilte
13 Projekten eine Zusage - eine Fördersumme in Höhe von
1.531.500 € wurde vergeben. Acht Zusagen gingen an Spielfilm-, fünf an Dokumentarfilmprojekte.
„Wir freuen uns besonders über das breite kreative Spektrum an Stoffen, das bei der letzten von mir geleiteten Jurysitzung zur Diskussion kam. Letztlich bietet die Auswahl neben Genre-Filmen - Science-Fiction, Horror, Komödie, Kriegsfilm - auch eine Reihe von Dokumentarfilmen, die einen verstärkten Unterhaltungswert aufweisen", resümiert Geschäftsführer Dr. Peter Zawrel.
Fünf Projekte erhalten eine Herstellungsförderung in Gesamthöhe von 1.446.500 €.
Klimaforschung am Gletscher kann böse enden: Mit GLETSCHERBLUT produziert die Allegro Film ihren ersten Science-Fiction-Horrorfilm. Das für den international erfolgreichen Zombie-Albtraum RAMMBOCK verantwortliche Autoren-Duo Benjamin Hessler und Marvin Kren bleibt damit seinem Genre treu - Kren wird Regie führen. Die Geschichte kreist um den Techniker Janek, der seine Liebe verloren hat und sich neben seinem inneren Kampf seltsamen Kreaturen stellen muss - Mischwesen, deren genetische Veränderungen von einem geheimnisvollen Gletscher-Saft herrühren.
Ebenfalls in den Bergen, wenn auch in der Vergangenheit, spielt MONTE PIANO. Die Liebesgeschichte zwischen einer Italienerin und einem Tiroler vor den Wirren des 1. Weltkriegs an der Südtiroler Dolomitenfront wird von Ernst Gossner inszeniert, die Sigma Film produziert.
Mit den Top-Darstellern Josef Hader, Samuel Finzi und Anica Dobra wartet die Tragikomödie FRANCUSKI von Goran Rebic auf. In einem abgeschiedenen Straflager meldet sich ein jüdischer Gefangener als Französisch-Lehrer - ohne Französisch zu sprechen - und wittert seine Chance zur Flucht. Die österreichisch-deutsch-georgische Produktion ist ein Projekt der Amour Fou Film.
NACKTBADESTRAND, Buch und Regie: Hans Selikovsky, wird an Originalschauplätzen auf der Donauinsel entstehen. Bei der turbulenten Sommer-Verwechslungskomödie gerät Niko freiwillig auf Mädchen-Jagd, unfreiwillig auf die Flucht vor Gangstern und der Polizei.
Unter der Regie von Nachwuchstalent Tabak Hüseyin wird sich auch der türkische Junge Veysel um die Eroberung seiner ersten Liebe Ana kümmern. Die Produktion der Dor Film heißt DEINE SCHÖNHEIT IST NICHTS WERT.
Ulrich Seidls PARADIES erhält eine Mittelerhöhung. Aus dem dreiteiligen Film sollen drei einzelne Filme entstehen.
Im Dokumentarfilmbereich überzeugten in erster Linie unterhaltsame Themen. Produzent Kurt Mayer widmet Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, das Porträt SIE NANNTEN IHN SPENCER. In 365 TAGE VOLLGAS (Mobilefilm) begleiten Marco Antoniazzi und Gregor Stadlober den Tiroler Schlagersänger Marc Pircher, um diesen gerne belächelten, aber ungemein erfolgreichen Bereich der Musikindustrie zu beleuchten. Aufgebrachte Ordensschwestern älteren Jahrgangs sorgen in DER LANGE ABSCHIED (Metafilm) für unerwartete Situationen fern von gängigen Klischees. Thema von Helmut Manningers Projekt ist die Schließung des Annunziata-Klosters in Eichgraben bei Wien. Der 86-jährige Claude Lanzmann, Regisseur des Holocaust-Zweiteilers „Shoa", begibt sich mit DER LETZTE DER UNGERECHTEN (Dor Film) auf die Spuren des Wiener Rabbiner Benjamin Murmelstein.
Drei Projekte erhalten eine Projektentwicklungsförderung in Gesamthöhe von 85.000 €.
Einen Doku-Thriller über die Aktionen des Hacker-Kollektivs „Anonymous" entwickeln die Autoren Friedrich Moser, Stefanie Langer und Daniel Wunderer mit blue + green communications - ein Road-Movie durch den digitalen Underground: #OP ANONYMOUS.
Am Drehbuch zum Spielfilm FERRARI DINO GIRL arbeitet Martin Leidenfrost mit der Novotny & Novotny Film. Eine Geschichte über unerfüllte Liebe, vier Dosen Filmmaterial und die 32 Stunden, in denen Jan Nemec nach dem Einmarsch der Sowjet-Truppen in Prag Zeit hatte, der Welt über das dort geschehene Unrecht zu berichten.
Eine weitere Zusage für Projektentwicklung erhielt Nikolaus Geyrhalters Projekt IRGENDWANN, das die Vision einer von der Menschheit erlösten Welt schildert. Ein fiktiv-dokumentarischer Blick auf das, was bleibt.
RÜCKFRAGEHINWEIS:
Stefan Hahn
hahn@filmfonds-wien.at
+43 1 526 50 88-11